Honig – was geht

Warum gehört Honig nicht auf unseren Teller?
Viele fragen mich oft warum ein Veganer keinen Honig isst und was daran so schlimm sei und Bienen seien doch sowieso bloß Insekten.

Ich denke viel darüber nach, wann wir zu dem Punkt kommen und sagen: dieses Lebewesen ist weniger Wert als ein anderes. Ziehst du einen Strich bei Haustieren oder bei Säugetieren oder bei allen Tieren und sogar bei Pflanzen? Warum ist das Leben einer Biene weniger Wert als das von deinem Kätzchen? Um zu verstehen warum wir keinen Honig essen sollten, müssen wir erst einmal verstehen was Bienen überhaupt so machen und wofür Honig überhaupt gebraucht wird. Sicherlich können sich viele von euch schon vorstellen, dass Bienen nicht existieren um den Menschen mit Honig zu versorgen.

Aber fangen wir mal ganz von vorne an: Die Honigbiene ist ein tolles Insekt. Albert Einstein sagte schon „Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr.“
Diese Aussage bringt es ziemlich genau auf den Punkt. Honigbienen haben die wunderbare Eigenschaft, als einzigstes Insekt eine Pflanze der selben Art zu bestäuben. (Damit die Pflanzen überhaupt Früchte tragen müssen sie bestäubt werden). Andere Bienenarten gehen von Apfelbaum zu Birnenbaum, nicht aber die Honigbiene. Sie geht von Apfelbaum zu Apfelbaum und ihr sind somit die leckeren Äpfel zu verdanken

Honigbiene

Warum produziert eine Biene Honig?
Die Bienen sind nur bei warmen Temperaturen aktiv, im Winter verkleinern sie die Größe ihres Volkes und verstecken sich vor der Kälte. Den Winter über brauchen die Bienen natürlich Nahrung. Hier kommt der Honig ins Spiel. Den Nektar den die Biene von den Blüten aufnimmt und den darin enthaltenen Zucker, konzentriert die Biene und würgt ihn im Bienenstock wieder hoch. Diese – nennen wir es mal Kotze – ist unser Honig. Die Biene gibt den Honig in sogenannte Waben und lagert ihn dort bis die kalte Jahreszeit beginnt. Der Honig enthält viele für die Biene wichtige Stoffe, die sie vor Krankheiten schützt und mit Energie versorgt.

Wenn der Mensch nun den Honig der Biene nimmt, muss die Biene logischerweise etwas anderes bekommen um sich zu ernähren. Imker greifen hier auf angereichertes Zuckerwasser zurück. Allerdings enthält dieses Wasser keine wichtigen Inhaltsstoffe für die Biene und somit sind die Tiere immer stärker von Krankheiten betroffen wie beispielsweise dem Milbenbefall. Doch das größte Problem lautet: Pestizide!
In der konventionellen Landwirtschaft werden unnötigerweise Pestizide eingesetzt. Sie schaden nicht nur unserer Gesundheit, sondern auch der Gesundheit der Bienen. Der Menschliche Körper mag die Giftsoffe noch einigermaßen abbauen können. Die kleine Biene hingegen stirbt.

Die Lösung der Landwirtschaft: Antibiotika, Gen-Manipulation und Hormone. Diese Stoffe finden sich dann auch im Honig wieder und schaden somit dem Menschen mehr, als sie ihm guttun.

Dokumentation More than honey

Wenn ihr mehr Infos möchtet schaut euch diese Doku an.
Ich habe sie mir einfach in der Bibliothek ausgeliehen.

XOXO Lisa ❤

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2 thoughts on “Honig – was geht

  1. Markus

    Liebe Lisa,

    auf der Suche nach neuen, interessanten, veganen Rezepten bin ich über Deinen Beitrag gestolpert und als Imker daran hängengeblieben. Tatsächlich scheint ja sehr viel daraus aus dem etwas unglücklichen 8-Punkte-PETA Beitrag übernommen zu sein (www.peta.de/honig). Zumindest ist ein ganzer Schwung der irreführenden bis falschen Informationen sehr ähnlich.
    Und da ich FÜR Bienen bin und FÜR gesunde, zumindest vegetarische Ernährung bin, dachte ich mir, ich versuche ein paar der Details in ein anderes Licht zu rücken. Das man keinen Honig essen möchte, egal aus welchem Grund, ist zu respektieren. Es mit irreführenden Informationen zu unterlegen: weniger. 🙂

    Gehen wir Deinen Beitrag mal ab:

    –> Kein Imker würde behaupten, dass Bienen „bloß“ Insekten seien. Gerade ihr komplexe Art ist eine nie endende Quelle der Faszination und der Begeisterung. Imker lieben ihre Schutzbefohlenen und kümmer sich um ihre Völker. Die Honigbiene würde (ebenso wie die anderen Bienenarten) untergehen, würden Imker die Völker nicht „führen“ und schützen.
    –> Das beliebte Einstein-Zitat. Immer wieder gerne genommen, vermittelt es doch eine gewisse Dramatik. Aber leider falsch. Die Aussage ebenso wie die Herkunft. Eine übersichtliche Begründung kannst Du hier nachlesen:
    http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2015/06/21/albert-einstein-das-sterben-der-bienen-und-das-ominoese-zitat/
    Oder einfach mal selber googeln.
    –> Nicht nur die Honigbiene hat als „einzigstes“ (!) Insekt die Blütentreue. Die Bestäubungsleistung der Wildbienen und Hummeln ist zwar höher als die der Honigbiene. Die sind aber vielfach vom Aussterben bedroht.
    –> Den durch das Beifügen von Enzymen entstehende Produkt nennen wir ‚Honig‘. Nicht Bienen-Kotze. Wenn Du eine Kuh melkst, sagst Du ja auch „Milch“ zum Produkt, nicht Rinder-Wichse.
    –> Böses Zuckerwasser. Leider so auch nicht richtig. Bienen wandeln den Zucker im Nektar in Honig um. Den Zucker aus der Zuckerrübe eben auch in Honig. Es fehlen allerdings die Pollen und anderen Bestandteile. Davon „Betroffen“ sind allerdings „nur“ die Winterbienen, die sich in der Kälteperiode davon ernähren. Die Sommerbienen (Lebenserwartung ca. 14 Tage) ernährt sich vom hergestellten Honig.
    –>Imkern führt zu Milbenbefall. Leider auch falsch. Die Varroa-Milbe, die den Bestand der Honigbiene so massive gefährdet, ist Ende der 70er Jahre aus Asien eingeschleppt worden und hat sich als Parasit eingenistet.
    –> Pestizide. Tja. Die sind tatsächlich ein Problem. Die Pestizide landen zwar nicht im Honig, belasten aber die Tiere. Nur: „Unnötig“ sind Pestizide leider nicht. Hohe Erträge an Pflanzen erzielt man nur durch intensive Landwirtschaft. Es sind zu viele Mäuler zu stopfen, da liegt das Problem.
    –> More than Honey: Ist eine großartige Doku mit tollen Aufnahmen und vielen Wahrheiten. Aber letztlich ist die Ursache für die Massentierhaltung, in der Doku hauptsächlich Bienen für den Mandelanbau in den USA: 8 Milliarden verfressene Menschen. Und dazu gehören auch verfressene Veganer, die sich pflanzlich ernähren und auf die Bestäubungsleistung der Tiere angewiesen sind. Wert ca. 75 Milliarden Doller jährlich. Da ist der Honigertrag nur Nebensache.
    –>In Deutschland sind 80% aller Bienenvölker bei Hobby-Imkern. Imkern bedeutet, sich nah an und viel in der Natur zu bewegen. Und seine Schützlinge, die wie kaum ein zweites Tier in den Kreislauf der Jahreszeiten eingebunden ist, zu pflegen und zu betreuen. Honig ist ein wunderbares Nahrungs- und Arzneimittel. Bienenwachs wird ebenso benötigt wie Gelee Royal. Die Biene ist unverzichtbarer Bestandteil des Ökosystems und der Landwirtschaft.
    Wer Mandelmilch trinkt, tötet vermutlich indirekt mehr Bienen als jemand, der ein Glas Honig von einem Deutschen Imker kauft. Wer aber Langnesehonig für 2,99 € im Supermarkt kauft, hat wirklich nicht alle Tassen im Schrank.

    So, war jetzt vielleicht ein bisschen viel Text für einen Blog-Kommentar, aber eventuell können ein paar Infos ja Dein Engagement weiter vorantreiben.

    Viel Spaß noch
    Markus

    P.S.: Die „Easy Karotten-Kokos Suppe“ hört sich gut an, ich glaube , die probiere ich mal aus

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    • Lis Lu

      Hi lieber Markus 😊
      Vielen Dank für deinen tollen Kommentar! Ich stimme dir in ganz vielen Punkten zu und wenn Freunde mich fragen bin ich auch immer dafür, wenn schon Honig, dann von Deutschen Imkern! Auch die konventionelle Mandelmilch trägt wie du sagst sicherlich auch zur Zerstörung der Bienenvölker bei. Für mich spielt nicht nur Tierschutz eine große Rolle, sondern auch woher die Produkte kommen. Mandelmilch steht bei mir beispielsweise nie im Kühlschrank. Sojamilch aus regionalem Anbau tuts genauso.
      Ich möchte den Beruf des Imkers nicht schlecht machen, sondern die Menschen nur darauf aufmerksam machen, dass die Biene nicht zum Spaß auf dieser Welt ist.

      Hab ganz viel Spaß beim Kochen 😊
      Ganz liebe Grüße,
      Lis

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